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Philipp Meyer - Rost

 Das Buch:
“Rost“ von Philipp Meyer – in Klett-Kotta-Verlag – erschienen handelt von einer Freundschaft, die einen dramatischen Verlauf nimmt als die beiden Hauptcharakteren Poe und Isaac versehentlich einen Mord begehen.

Isaac aus wohlhabenden, gebildeten Haus mit großen Zukunftschancen eilt in einer verzwickt bedrohlichen Situation seinen langjährigen Freund Poe zur Hilfe und tötet dabei einen Penner. Poe, der schon einmal für eine brutale Schlägerei verurteilt wurde, kann sich dem prüfenden Blick der Polizei nicht entziehen und gerät unter Verdacht. Während Isaac versucht, seinem Leben doch noch in die gewünschte Richtung einzuhauchen, wird Poe für den Tod des Mannes zur Rechenschaft gezogen und kommt in den Knast. Im weiteren Verlauf des Buches bricht nicht nur Poes Welt zusammen, sondern beide Familien gehen unter dem Druck der entstanden Dynamik zugrunde und es werden Lügen und Verstrickungen aufgedeckt, die alle verstören und alles verändern.

 

Der Autor:

Philipp Meyer ist 1974 geboren. Lebt in Texas und New York. Er hat eine bemerkenswerte berufliche Karriere vom Börsenmakler bis zum Bauarbeiter hinter sich. „Rost“ ist sein erster großer Roman, der international Anklang findet.

 

Schreibstil:

Anfangs fühlte ich mich vom Schreibstil des Autors überfordert und unter Druck gesetzt. Das änderte sich jedoch schon nach wenigen Seiten und Sprache und Inhalt des Buches stimmten rhythmisch überein. Gut gefiel mir die intensive Auseinandersetzung mit allen auftauchenden Charakteren und die schonungslose Darstellung, der Maskenfall jedes Einzelnen.

Weniger gut fand ich die Aufteilung der Kapitel „in Personen“. Das lässt einem dann doch häufig im Lesen stocken und man ist versucht, Kapitel zu überspringen, um dort weiterzulesen, wo man eigentlich gerade war (z. B. bei Isaac oder Poe).

 

Meine sonstige Meinung:

„Rost“ ist ein wirklich zu empfehlendes Werk. Es ist beklemmend und sicherlich nichts für die leichte Lektüre am lauen Sommerabend, da es einen nachdenklich stimmt, bedrückt und manchmal sogar nicht schlafen lässt. Teils kamen mir Assoziationen zu Kafkas „Prozeß“ oder Garcìa Marquez’ „Chronik eines angekündigten Todes“. Auch erinnerte mich die Art zu schreiben an Philipp Roth. Mir fielen also im Zusammenhang mit Philipp Meyer „nur“ große Namen der Literatur ein! „Rost“ hat mir wieder einmal gezeigt, daß es sich lohnt, einem Autor, einem Buch eine Chance zu geben, auch wenn die ersten Eindrücke zurückhaltend bleiben und einem nicht völlig aufsagen. Sehr schön! Ich bin gespannt auf einen weiteren Roman aus der Feder von P.M.

17.7.10 11:41
 



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